Trauer um Prof. Peter Becker

Am Vormittag des 5. Juni ist unser Kollege Prof. Peter Becker überraschend verstorben. Viele sind ihm in den vergangenen Wochen noch bei den verschiedensten Gelegenheiten in der Hochschule begegnet und haben ihn wie immer erlebt: interessiert, informiert, zugewandt.

Die Hochschule wird seine vielen Verdienste, die mannigfaltigen Facetten seines Wirkens gesondert würdigen. Deshalb sei an dieser Stelle ein persönlicher Blick gestattet. Ich habe bei Peter Becker in den 1970er Jahren studiert: eine vergleichsweise bewegte Zeit, mit vielen Debatten, mit kritischen Nachfragen zu den Inhalten und zur Form der Seminare.  Nicht alles wird er gut geheißen haben, nicht alles nachvollzogen haben- aber er hat es getragen und manchmal auch befördert. Studentische Blockseminare, die der Kontrolle der Lehrenden entzogen waren, aber von ihnen testiert werden mussten, hat er im Vertrauen auf studentisches Engagement unterstützt. Die intensive Auseinandersetzung mit Neuer Musik, die den einen zu modern, den anderen nicht gesellschaftlich engagiert genug war, hat er bei den Studierenden heraus- und eingefordert. Der Gang in die Praxis, die Auseinandersetzung mit jugendkultureller Musik mit uns Studierenden war seine Sache nicht, wohl aber die Veränderung der Haltungen und Wahrnehmungen der Menschen, die ersteres erst möglich machen.

Über viele Jahre ist er dem Institut verbunden gewesen. Alle Mitgliederversammlungen hat er  besucht und bereichert. Noch im letzten Winter hat er die Anregung aufgegriffen, als Emeritus durch einen Vortrag das Leben des Institutes zu fördern, neue Facetten einzubringen. Die Wissenschaften lagen ihm am Herzen. Sein Wissenschaftspreis ist ein wichtiger Teil des Hochschullebens, ein zentraler Baustein in der Förderung auch des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Peter Beckers Stimme wird uns fehlen.

Andreas Lehmann-Wermser