Trauer um Karl Heinrich Ehrenforth

Trauer um Karl Heinrich Ehrenforth

Mit Trauer haben wir die Nachricht aufgenommen, dass am 26. März 2017 Karl Heinrich Ehrenforth verstorben ist. Er war unserem Institut über viele Jahre verbunden. 2014 war sein letztes Buch als Dokumentation eines jahrzehntelangen musikpädagogischen Denkens über die Vermittlung von Musik in der Reihe Monographien erschienen. Noch im Winter 2016/17 kümmerte er sich um eine breitere Rezeption dieser Schrift. Seinen Vorlass  mit umfangreichen Manuskripten und Dokumenten hatte Ehrenforth 2009 persönlich der Forschungsbibliothek des Instituts übergeben er ist nun sein Vermächtnis.

Karl Heinrich Ehrenforth wurde 1929 in Breslau geboren. Nach dem Krieg studierte er ab 1951 Schulmusik, Germanistik, Musikwissenschaft und Theologie in Hamburg. Von 1956 bis 1972 arbeitete er dort als Musiklehrer am Gymnasium. 1961 wurde er – wie damals allgemein üblich – mit einer musikwissenschaftlichen Schrift promoviert.

Ab 1972 war er für mehr als 20 Jahre Professor für Musikpädagogik und Musikdidaktik an der Hochschule für Musik Detmold und prägte in einer auch musikpädagogisch unruhigen Zeit  eine ganze Generation von Musiklehrkräften. Sein Bemühen, das Verstehen von Musik zu ergründen, eine Verstehenslehre zu entwerfen und zur Grundlage des Musikunterrichts zu machen, schlug sich in ungezählten schulpraktischen Veröffentlichungen, in Lehrerfortbildungen und Materialien nieder. Mehr als 20 Jahre lang bildete die "Didaktische Interpretation" den Maßstab und die Anleitung für Studierende, Referendarinnen und Referendare und für Lehrkräfte. Daneben war er unermüdlich in nationalen und internationalen Verbänden tätig, so zum Beispiel für neun Jahre als Bundesvorsitzender des VDS.

Mit ihm geht eine einflussreiche Figur des 20. Jahrhunderts, dem auch das Institut für musikpädagogische Forschung viel verdankt.