Musizieren mit Hörschädigung – wie geht das?

Hörschädigungen sind weit verbreitet und betreffen in unterschiedlichen Abstufungen etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland. Anders als etwa in Australien oder Amerika sind sie in Deutschland bisher oft eine schambesetzte Beeinträchtigung, die niemand gern zugibt, und die Frage, ob man damit erfüllend musizieren kann, erscheint vielen exotisch. So sind viele Menschen ohne Hörschädigung der Meinung, Menschen mit Hörschädigung könnten nichts oder kaum etwas mit Musik anfangen. Jedoch lieben auch Gehörlose bzw. Menschen mit Hörschädigung Musik! Sie hören Musik auf unterschiedliche Art und Weise, mit Hörgeräten bzw. Cochlear Implantat und/oder ihrem Körper. Etliche musizieren auch aktiv und wirken zum Beispiel in Laienensembles mit. Dem Musizieren von Personen mit Hörschädigung stehen jedoch zahlreiche Vorbehalte entgegen: Die Betroffenen trauen sich selbst oft nur wenig zu und Normalhörende können sich oftmals kaum vorstellen, dass jemand, der die Unterstützung technischer Hörsysteme benötigt, überhaupt „richtig“ Musik hören und machen kann.

Der Schwerpunkt des Tages liegt auf dem Musizieren, wie es u.a. an Musikschulen und Schulen unterrichtet und in diversen Ensembles, Orchestern, Posaunenchören, Chören, Bands etc. ausgeübt wird. Daneben werden auch Möglichkeiten des elementaren Musizierens und Singens einbezogen, u.a. durch Bewegung. Einerseits soll den Betroffenen anhand praktischer Beispiele Mut gemacht werden, selbst zu musizieren und ein Instrument zu erlernen. Andererseits sollen Lehrkräfte an Schulen, Musikschulen und in freiberuflicher Tätigkeit sowie Studierende mit Blick auf die Thematik informiert und sensibilisiert werden, u.a. indem aufgezeigt wird, von welchen Faktoren der Erfolg beim Musizieren mit technischer Unterstützung und insbesondere mit Cochlea Implantat abhängt. Herausforderungen, Konfliktfelder und Lösungsmöglichkeiten sollen in Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden beispielhaft aufgezeigt werden.

Als Referentinnen und Referenten wirken mit: Prof. Dr. Eckart Altenmüller, Sebastian Fehr, Marina Imsiecke, Prof. Elisa Läubin, Christine Löbbert, Tabea Otte, Roswitha Rother, Dr. Claus-Jürgen Schulz, Prof. Dr. Andrea Welte. Der Tag soll schließlich auch die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch bieten. Einen besonderen Hinweis verdient das moderierte Abschlusskonzert mit dem gehörlosen italienischen Pianisten Davide Santacolomba, der selbst ein Hörsystem trägt.

Die Veranstaltung wird gefördert durch die Studienkommission II der HMTMH. 

Die Teilnahme ist für Mitglieder und Angehörige der HMTMH kostenfrei. HCIG-Mitglieder und Studierende  anderer Hochschulen zahlen 15,- Euro, externe Teilnehmerinnen und Teilnehmer 25,- Euro.

Am Veranstaltungstag erhalten Sie bei Ihrer Anmeldung im Foyer der Hochschule eine personalisierte Teilnahmebescheinigung.

Anmeldung per Mail an: rrother259@aol.com 

Weitere Informationen zum Programm, den Anmeldemodalitäten, den Beiträgen und Mitwirkenden siehe eFlyer.